2020-12-03

1. Nicht-aussagekräftige Ankertexte


Wie wichtig interne Links und optimierte Linkstrukturen innerhalb einer Website für die Suchmaschinenoptimierung sind, ist bekannt. In diesem Artikel findest Du die häufigsten Fehler und Komplikationen der internen Verlinkung und warum Du sie unbedingt vermeiden solltest. Zusätzlich lernst Du die optimalen Lösungen und Hilfestellungen für den richtigen Umgang mit Links innerhalb einer Website kennen, damit diese Fehler nicht wieder auftreten können.


1. Nicht-aussagekräftige Ankertexte

Ankertexte - auch Linktexte genannt - sind jene farbigen und klickbaren Texte, die mit einem Link hinterlegt werden. Sie sind für interne Verlinkungen wichtige Optimierungssignale, da sie dem User und der Suchmaschine Auskunft über den Inhalt der Zielseite geben. Ein Link mit dem Ankertext „Produkte“ sollte demnach auf die Produktseite der Website verweisen. Um die Erwartungen von User und Suchmaschine nicht mit unpassenden Ankertexten zu ruinieren, sollten diese immer informativ und aussagekräftig gewählt werden. Zudem sind die verlinkten Keywords ein entscheidender Optimierungsfaktor für die OnPage Suchmaschinenoptimierung.

Häufig treten diese Fehler bei Archivseiten, Kategorieseiten oder Blogs auf. Hier werden oftmals Ankertexte verwendet, die weder Keywords noch aussagekräftige Informationen zur Zielseite des Links enthalten. In einer Artikelübersicht beispielsweise sollten die Ankertexte für Links zu den jeweiligen Beiträgen nicht mit “weiterlesen” oder “lesen Sie mehr” platziert werden. In diesen Fällen sollte man etwa den Titel des Beitrags oder Artikels direkt als Anker des Links verwenden. So wird gewährleistet, dass auch die passenden Keywords und Informationen im Linktext zum Artikel enthalten sind.



Abbildung 1: Ankertexte mit Ryte optimieren

Während bei externen Links der übermäßige Einsatz derselben Keywords im Linktext sich eher negativ auf die Suchmaschinenoptimierung der Webseite auswirken kann, gibt es bei internen Links keine Gefahr der Überoptimierung durch Keyword-Ankertexte. Das bedeutet, dass man keine Angst vor negativen Auswirkungen auf die Qualität der Webseite haben muss, wenn man immer wieder dieselben Keywords als Ankertext für ein Linkziel verwendet. Ankertexte geben Suchmaschinen Auskunft darüber, welches Thema die Zielseite behandelt und zu welchen Keywords sie in Suchmaschinen positioniert werden soll. Je eindeutiger und häufiger die Keywords in Ankertexten je Zielseite verwendet werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit zu diesen Keywords mit der Zielseite in Suchergebnissen gut platziert zu werden.

Dennoch sollte man sich vorab ein passendes Link-Konzept zurechtlegen und alle Ankertexte je Linkziel sorgfältig planen, um den internen Link Juice – also die an die Zielseite vererbten Werte - bestmöglich auszuschöpfen.


2. Unterschiedliche Linkziele mit ähnlichen Ankertexten

Da der Ankertext eines Links Informationen über die Zielseite preisgibt, sollte man Suchmaschinen nicht mit identischen oder sehr ähnlichen Ankertexten für dieselben Linkzielseiten verwirren. Werden zwei Webseiten, unabhängig davon, ob sie sich thematisch ähnlich sind oder nicht, mit Ankertexten verlinkt, die dasselbe Keyword verwenden, macht man es Suchmaschinen schwer diese Seiten optimal zu bewerten.


Beispiel:

Ankertext „Urlaub“ verlinkt auf domain.de/urlaub und domain.de/winterurlaub: Welche Seite soll nun zum Keyword „Urlaub“ ranken?

Um diesen Konflikten aus dem Weg zu gehen, sollten Ankertexte je Linkziel bereits in der Konzeption der Webseite klar definiert und strukturiert werden. So vermeidet man Konflikte mit Suchmaschinen und erfüllt stets die Erwartungen der Besucher. Ein detailliertes und strukturiertes Linkkonzept für die Webseite hilft dabei den Überblick über die internen Links und deren Linktexte zu behalten. Ähnlich wie bei Seitentiteln ist es auch bei Linktexten essentiell ein Keyword pro Seite klar zu definieren.


3. Zu viele Links auf dieselbe Zielseite

Suchmaschinen berücksichtigen beim Crawling einer Seite zwar jeden vorkommenden Link, geben die Link Power in der Regel aber nur an den ersten Link pro Linkziel weiter und bewerten somit auch nur den ersten Linktext. Das bedeutet, sobald eine Seite mehrfach in einem Dokument verlinkt wird, nur der erste Link die Link Power erhält.

Tests, wie der Linktext-Test von Malte Landwehr zeigen, dass beispielsweise ein Textlink einem Bild-Link auf dieselbe Zielseite bevorzugt wird. Das bedeutet, dass bei verlinkten Bildern dennoch der darauffolgende Textlink zum selben Ziel zählt.

Die Anzahl der platzierten Links auf einer Webseite können im Report von Ryte analysiert werden. So findet man schnell verschwendete Potentiale und Optimierungsmöglichkeiten in der internen Linkstruktur.



Abbildung 2: Ryte Report - Liste aller Links


Der richtige Umgang mit Bild-Links

Wird ein Bild mit einem Link hinterlegt, sollte besonders auf die Verwendung eines passenden Alternativ-Textes (ALT-Tag) und Bildtitels geachtet werden. Da es in diesem Fall keinen direkten Anktertext gibt, berücksichtigen Suchmaschinen Alt-Text und Bildtitel als Linktext, sofern kein Textlink zur selben Zielseite auf dieser Webseite vorhanden ist.


Breadcrumbs

Der Einsatz von Breadcrumbs auf der gesamten Website ist für die interne Verlinkung ein Must-Have. Durch die Breadcrumb-Links wird die Verzeichnisstruktur der Seite abgebildet und ihre Hierarchie optimal verlinkt. Dadurch erhalten alle Elternseiten dieser Webseite einen Link. Links in Sidebars oder der Fußzeile sind demnach nicht mehr notwendig, um verwaiste Seiten zu vermeiden. Durch die Breadcrumb-Links erhält jede Webseite in der Regel ausreichend interne Links und somit Link Power.

Die Link-Hierarchie einer Website wird mit dem Hierarchie-Report analysiert.



Abbildung 3: Link Hierarchie in Ryte

Achtung: Eine Breadcrumb Navigation sollte genau durchdacht sein. Bei falschem Einsatz der Breadcrumb Navigation kann die Link Juice Verteilung schnell nach hinten losgehen.


4. Überflüssige interne Links auf einer einzelnen Webseite

Dass Suchmaschinen die Link Power, die durch jeden Link einer Webseite weitergegeben wird, auch anhand der Anzahl aller von dieser Webseite ausgehenden Links berechnen, ist kein Geheimnis. Aus diesem Grund ist es wichtig auf ein ausgewogenes Maß an Verlinkungen pro Webseite zu achten. Weiterführende interne Links sollten sinnvoll und natürlich platziert werden.

Ein häufiger Fehler in der internen Verlinkung ist eine enorm hohe Anzahl an Links auf einer einzelnen Webseite. Die Anzahl der verwendeten Links ist immer noch wichtig für die OnPage SEO jeder Website. Sind zu viele Verlinkungen vorhanden, wird die Link Power dadurch geschwächt, da dieser Wert für jedes Linkziel durch die Gesamtanzahl aller auf dieser Seite vorhandenen Links geteilt wird. Die interne Link Power ist demnach bei Webseiten mit 50 Verlinkungen höher, als bei Webseiten mit 250. Hierbei spielen auch die ausgehenden Links eine Rolle, da sie ebenfalls zu dieser Gesamtanzahl zählen.

Speziell in der Navigation, in Sidebar Link-Listen oder Links in der Fußzeile werden häufig zu viele Links platziert, die einerseits redundant verwendet werden, aber auch die Link Power jedes einzelnen Linkziels schwächen können. Um diese wichtigen Werte nicht zu verschwenden, sollte die Linkanzahl unbedingt so gering wie möglich gehalten werden.


Links in der Website-Navigation

Die Navigation einer Website ist eine wichtige Position für die interne Verlinkung und Bekanntgabe relevanter Webseiten an Suchmaschinen. Webseiten mit Link in der Hauptnavigation sind in der Regel wichtiger als Webseiten, die nur wenige oder weniger präsent platzierte Links erhalten. Eine Seite, die sichtbar in der Navigation verlinkt wird, hat also mehr Relevanz, als eine Seite mit Link in der Fußzeile.

Ein häufiger Fehler in der internen Verlinkung ist deshalb die Platzierung von Links zu sämtlichen Webseiten und deren Subseiten verschachtelt in der Hauptnavigation. Dadurch steigt die Gesamtanzahl der verwendeten Links enorm und schmälert die individuelle Link Power, von der Benutzerfreundlichkeit ganz zu schweigen.


Links mit JavaScript maskieren

Maskierte Links sind jene Verlinkungen, die nicht von Suchmaschinen als solche erkannt, gecrawlt und bewertet werden sollen. Viele Webmaster und SEOs nutzen maskierte Links, um die Linkanzahl auf Webseiten für Suchmaschinen gering zu halten, sie aber dennoch für Besucher klickbar darzustellen. Allerdings ist Google mittlerweile in der Lage diese maskierten Links sehr gut zu erkennen und bewertet sie wie gewöhnliche HTML-Links.

Im folgenden Beispiel wurde ein mit JavaScript maskierter Link in Form einer onclick-Funktion platziert:

JavaScript Link

Die Zielseite wurde von Google vollständig gecrawlt und indexiert.

Abbildung 4: Maskierter Link im Google-Index

Der JavaScript Link wurde als Verlinkung bewertet. In der Google Search Console (ehemals Google Webmaster Tools) ist die Ziel-URL (/test-seite.html) als interner Link verzeichnet. Seitenweit existiert kein HTML-Link zu dieser Webseite.

Abbildung 5: Google Search Console: Interne Links


Interne Nofollow-Links

Interne Links mit Nofollow auszuzeichnen sollte man besser vermeiden, da in diesem Fall kein Link Juice vererbt wird. Immer wieder verwenden Webmaster Nofollow-Links um die interne Linkanzahl je Webseite vermeintlich zu verringern. Jedoch werden diese Nofollow-Links von Suchmaschinen weiterhin zur gesamten Linkanzahl gezählt und vererben keine Link Power an die Zielseite.


5. Interne Links auf weitergeleitete oder fehlerhafte Webseiten

Ein weiterer häufig auftretender Fehler in der internen Verlinkung, sind Links auf weitergeleitete oder nicht mehr erreichbare (404, 500) Seiten. Diese Links verschwenden sehr viel Link Power. Vor allem Linkziele mit 302-Weiterleitungen sollten unbedingt vermieden werden, da diese Weiterleitungen nur temporär sind und somit keinen Link Juice weitergeben. Im Falle einer 301-Weiterleitung wird dieser Link Juice zwar vererbt, jedoch büßen auch 301er laut Google einen gewissen Teil an Link Power ein.

Weiterleitungen auf nicht mehr existierende Seiten mit Status Code 404 oder Serverfehler (5xx) haben den weiteren Nachteil, dass nicht nur der Link Juice verloren geht, sondern auch User, die dem Link folgen, eine Fehlerseite erhalten. Das bedeutet, dass nicht nur die Seitenstärke, sondern auch User verloren sind.

Am häufigsten treten diese Fehler nach einem Website Relaunch auf. Werden nach der Neugestaltung und Veränderung der Website-Struktur und URLs zwar die Weiterleitungen korrekt erstellt, jedoch nicht die internen Links auf die neue Struktur umgestellt, büßt man internen Link Juice ein. Im Falle eines Relaunchs sollte also besonders darauf geachtet werden, dass interne Linkziele im Fließtext und an anderen Positionen der Website immer einen Status Code 200 zurückliefern.

Ein weiterer häufiger Fehler sind mehrere aufeinander folgende Weiterleitungen, sogenannte Weiterleitungsschleifen. Diese Schleifen (engl. „Redirect Chains“) treten auf, wenn eine Weiterleitung über eine oder mehrere weitere Weiterleitungen zur Zielseite führen.

Beispiel für Weiterleitungsschleifen:

beispiel.de/seite1.html → beispiel.de/seite2.html → beispiel.de/seite3.html

In diesem Fall geht bei jeder Weiterleitung bis zur Zielseite eine kleine Menge an vererbtem Link Juice verloren. Zudem erhöht sich bei jeder weiteren Weiterleitung die Latenz und somit die Wartezeit des Users. Laut Google sind sehr lange Weiterleitungsschleifen mit 5 oder mehr Zwischenseiten besonders riskant. Der Googlebot folgt diesen Weiterleitungsschleifen ab einer bestimmten Länge nicht mehr und wird somit auch nie zum eigentlich Ziel finden. Tritt dieser Fall ein, ist der gesamte Link Juice verloren.

Bei der Analyse und Optimierung der Status Codes aller internen Verlinkungen hilft der Ryte Link-Status Code Report.



Abbildung 6: Status Codes interner Links Report bei Ryte


Bonus-Tipp: Mehr Details über die „Insprektor“-Ansicht finden

Zur Inspektor-Ansicht von Ryte gelangt man aus jeder Listenansicht von URLs mit einem Klick auf das Lupen Symbol. In der sich öffnenden Einzelseitendiagnose werden alle internen Links auf diese Seite, sowie interne und externe Links, die von dieser Seite ausgehen, analysiert.



Abbildung 7: Super-Inspektor-Ansicht in Ryte

Die obengenannten Punkte sind die meist wichtigen Faktoren, wenn es um interne Verlinkung geht. Werden diese 5 Aufgaben erfüllt, wird der Link Juice wieder perfekt durch die eigene Website fließen:

1. Verwende aussagekräftige und Keyword-reiche Ankertexte

2. Vermeide identische Keywords als Ankertext für unterschiedliche Linkzielseiten

3. Vermeide zu viele Links zur selben Zielseite auf einer Webseite

4. Verwende eine ausgewogene Anzahl an Links pro Webseite

5. Vermeide interne Nofollow-Links und platziere keine Links auf Weiterleitungen oder Fehlerseiten

Ein Tipp zum Schluss:

Erstelle ein detailliertes Link-Konzept für Deine Website, sodass Deine Ankertexte optimiert und die Zielseiten ideal miteinander verlinkt werden. Durch dieses Konzept werden die Linkstrukturen transparenter und einfacher zu optimieren.


Fazit

Interne Links sind eines der wichtigsten OnPage-Signale der Suchmaschinenoptimierung und sollten daher eine starke Aufmerksamkeit bei der Optimierung und Website-Erstellung erhalten. Besonders bei großen, umfangreichen Websites ist es oft nicht einfach die internen Verlinkungen und Strukturen im Auge zu behalten und zu analysieren. Hier helfen OnPage SEO Tools das Maximum an Link Power für bessere Suchmaschinenoptimierung herauszuholen.



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