2020-12-03

Wie erkennt man alte Webseiten mit schlechten Rankings?


Dieser Artikel zeigt, wie man ältere, nicht mehr aktuelle Webseiten und ihre Inhalte mit einem SEO-Facelift wieder frisch aufbereitet und ihnen Relevanz verleiht, um neue Rankings in Suchergebnissen zu erreichen.

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Wie erkennt man alte Webseiten mit schlechten Rankings?

Der einfachste Weg, Webseiten ohne erfolgreiche Rankings zu identifizieren ist, den Traffic über die organische Suche in Google Analytics zu analysieren. Seiten, die kaum organischen Suchtraffic erhalten, sind mit großer Wahrscheinlichkeit auf weniger guten Positionen in den Suchergebnissen platziert. Jedoch kann es auch sein, dass das Volumen von Suchanfragen, zu denen diese Seiten gut positioniert sind, sehr gering ist. In diesem Fall ranken die Seiten zwar gut, allerdings nur zu Keywords, die kaum gesucht werden.

Abbildung 1: Organischer Suchtraffic in Google Analytics

Zu finden ist diese Ansicht unter "Akquisition > Channels > Primäre Dimension: Zielseite"

Aus diesem Grund vergleicht man diese Webseiten mit wenig organischem Suchtraffic anschließend mit den durchschnittlichen Positionen in der Google Search Console. So ergibt sich eine Liste von URLs, die zwar auf der Webseite existieren, jedoch zu ihrem individuellen Thema nicht relevant genug für gute Rankings in Suchergebnissen sind.

Abbildung 2: Suchanalyse in der GSC

Zu finden ist dieser Bericht unter "Suchanfragen > Suchanalyse" mit Filter nach "Klicks", "Impressionen" und "durchschnittliche Positionen" zu "Seiten".


Aus Alt mach Neu – So baust Du neue Rankings auf!

Diese totgeglaubten Seiten sollten nicht im Webseiten-Nirvana verstauben, sondern für neue Rankings in Suchergebnissen optimiert werden.


1. Inhalte überarbeiten, aktualisieren und erweitern

Der wichtigste Part der "Wiederbelebung" ist die Aktualisierung und Überarbeitung des Inhalts der Seite. Durch die Erweiterung des bestehenden Inhalts, die Aktualisierung der dargestellten Informationen und die Verwendung frischer und aktueller Keywords gewinnt die Webseite wieder an Attraktivität und Relevanz.

Am folgenden Beispiel wird deutlich, welche Auswirkungen die Überarbeitung und Optimierung des Inhalts durch aktuelle Texte, neue Absätze, Bilder und anderen multimedialen Inhalten auf das Nutzerverhalten und die Performance in SERPs haben.

Abbildung 3: Inhaltliche Überarbeitung und Aktualisierung einer Webseite

Der Inhalt des Artikels wurde von 436 Wörter auf 560 Wörter erweitert, veraltete Informationen durch Neue ersetzt und Bilder zur Visualisierung hinzugefügt. Zudem wurde bei der Überarbeitung des Textes vor allem auf die Verwendung frischer, aktuell gesuchter Keywords geachtet.

Tipp: Die zeitliche Veränderung des Suchverhaltens zu bestimmten Keywords kann über Google Trends analysiert werden.

Das Ergebnis der Performance in den SERPs nach der Aktualisierung und Erweiterung des Inhalts dieses Artikels kann sich sehen lassen.

Abbildung 4: Performance der Webseite in Google SERPs nach der Aktualisierung

Die inhaltliche Überarbeitung wurde anschließend noch durch weitere Optimierungen, wie neue interne und externe Links, unterstützt.


2. Frische interne Links aufbauen

Baue frische interne Links von Webseiten mit starkem organischem Suchtraffic und guten Rankings in Suchergebnissen auf, um auch die alten Seiten wieder zu stärken. So wird nicht nur durch neue interne Verweise die Positionierung in Suchmaschinen gestärkt, sondern auch der Referral-Traffic innerhalb Deiner Webseite auf diese Seiten gesteigert. Interne Links sind wohl der schnellste und einfachste Weg, um totgeglaubten Seiten wieder etwas Leben einzuhauchen.

Ein Link auf die Webseite, die wiederbelebt werden soll, über die Hauptnavigation Deiner Webseite unterstützt den internen Linkfluss, die Aufmerksamkeit der Webseitenbesucher und die Popularität dieser Seite. Die Hauptnavigation einer Webseite enthält in der Regel Links zu den wichtigsten und hilfreichsten Seiten Deiner Webseite. Durch das Hinzufügen einer Webseite in die Navigation hebst Du diese demnach von anderen Seiten ab und sprichst ihr intern mehr Relevanz zu, was auch Suchmaschinen erkennen werden.

Neben dem Aufbau von frischen internen Verweisen ist das Positionieren der Seite in der Hauptnavigation eine unkomplizierte Lösung, um Seiten wieder attraktiver für neue Rankings in Suchergebnissen zu machen.

Existieren zu einem Thema mehrere Seiten (Bsp.: domain.com/event-2014 und domain.com/event-2015), macht es Sinn, diese Seiten auf einer URL zusammenzuführen und weiterzuleiten. Bei wiederkehrenden Themen ist es von Vorteil keine Zeit oder Jahresangaben in die URL zu schreiben und den Inhalt immer auf das aktuellste Thema zu optimieren. So erweitert sich der Inhalt organisch und die Rankings werden nicht auf mehrere Seiten zum selben Thema gesplittet.


3. Veröffentlichungszeitpunkt aktualisieren und neu einreichen

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Webseite oder des Artikels spielt ebenfalls eine Rolle, wenn es um die Aktualität des Inhalts geht. Man kann davon ausgehen, dass Inhalte, die vor beispielsweise drei Jahren veröffentlicht wurden, heute nicht mehr so aktuell sind, wie drei Monate alte Inhalte. Deshalb ist es wichtig, den Zeitpunkt der Veröffentlichung beziehungsweise der Überarbeitung an Suchmaschinen zu liefern.

Bei vielen Suchergebnissen wird im Snippet das Datum der Veröffentlichung dargestellt. Diese Information ist in erster Linie nicht entscheidend für das Ranking, wohl aber für die Klickrate auf das Suchergebnis. Werden zu einer Suchanfrage aktuelle Ergebnisse erwartet, wird heute kaum jemand auf ein Ergebnis klicken, neben dem 21.04.2009 als Veröffentlichungsdatum erscheint.

Wie erkennt Google das Datum der Veröffentlichung der Webseite? Google’s John Müller stellte bereits im Oktober 2011 klar, dass die Suchmaschine sich nicht auf Meta-Angaben verlässt, die dieses Datum ausliefern. Demnach ist sie für die Suchmaschine nicht von Bedeutung und wird, wie viele andere Metainformationen auch, ingoriert. Google berücksichtigt nur bestimmte Meta-Angaben einer Webseite beim Crawling, der Indexierung und bei der Ermittlung des Rankings.

Abbildung 5: Datumsanzeige in Google-Suchergebnissen

Nachdem Google versucht, selbst zu erkennen, an welchem Tag die Webseite neu beziehungsweise erstmalig veröffentlicht wurde, kann dieser Prozess durch Schema.org/Date unterstützt werden. Bei News-Beiträgen oder Blogartikeln ist es für Suchmaschinen aufgrund der Technik in der Regel deutlich einfacher, das korrekte Datum zu erfassen.

Nachdem die Datums-Anzeige in Suchergebnissen einen Einfluss auf die CTR des Snippets nehmen kann, sollte man sich vorab besonders bei Evergreen-Inhalten überlegen, ob man diese Informationen auch dargestellt haben möchte. Wird der Inhalt der Seite überarbeitet, so ist die Aktualisierung des Datums der Neuveröffentlichung aber auch ein Indikator für eine frische, aktuelle Version des Inhalts für Suchmaschinen.

Zusätzlich sollte auch die XML-Sitemap erneut zur Abrufung von Google eingereicht werden, um alle Überarbeitungen und deren Zeitpunkte korrekt zu erfassen und so das Crawling und die Indexierung dieser neuen Inhalte zu beschleunigen.

Abbildung 6: Google Search Console – XML-Sitemap einreichen


4. Neue externe Links aufbauen

Wie jeder weiß sind externe Links immer noch ein Rankingsignal für Suchmaschinen. Deshalb ist es auch für ältere Webseiten wichtig frische Links von neuen externen Webseiten aufzubauen. So signalisiert man Suchmaschinen, dass auf den Inhalt der eigenen Webseite immer noch von externen Webseiten verwiesen und diese als relevant eingestuft wird.

Um zum entsprechenden Thema aktuelle und neue Webseiten zu finden, die auf einen überarbeiteten Inhalt verweisen könnten, passt man die Suchoptionen von Google zeitlich an. Unter "Suchoptionen > Beliebige Zeit" kann man die Ergebnisse zur Suchanfrage auf beispielsweise die letzten 24 Stunden, die letzte Woche oder den letzten Monat beschränken. Dieser Filter ermöglicht das schnelle Finden von potentiellen Webseiten, die als "frische" externe Linkquellen in Frage kommen.

Abbildung 7: Google-Suchoptionen mit Ergebnisfilter nach Zeit


5. Social Signals aufbauen

Inwieweit Social Signals ein Rankingfaktor für Webseiten in Suchergebnissen sind, wird viel diskutiert. Sicher ist, dass frische Social Signals viel über die Aktualität und zeitliche Relevanz des Inhalts aussagen. Eine Webseite, die seit längerer Zeit keine sozialen Interaktionen generiert, dürfte demnach nicht mehr sehr aktuell und relevant für User sein; Inhalte, die derzeit in sozialen Netzwerken geteilt, kommentiert und diskutiert werden, hingegen schon. Deshalb ist es wichtig, auf neue Inhaltsversionen immer wieder mit Social Media aufmerksam zu machen.

Für soziale Interaktionen ist es wichtig, auch die jeweiligen Sharing-Buttons auf der Webseite bereitzustellen, um dem Nutzer die einfachste Möglichkeit des Teilens zu bieten. Dabei ist es beispielsweise ratsam, anstatt eines "Gefällt mir"-Buttons einen Teilen-Button zu integrieren, da man URLs nur einmal mit "Gefällt mir" markieren, jedoch immer wieder teilen kann.

Dazu bieten Kommentarfunktionen und Erfahrungsberichte die Möglichkeit, durch organische und nutzergenerierte Inhalte, Meinungen und Diskussionen stetig frische Inhalte zu generieren und ein Signal über die Aktualität des Inhalts zu senden.


Zusammenfassung:

Das Sprichwort "Totgeglaubte leben länger" verliert bei Webseiten schnell seine Gültigkeit. Ist eine Webseite für Suchmaschinen nicht mehr relevant und aktuell, wird sie auch Rankings in den SERPs einbüßen müssen. Um ältere Webseiten dauerhaft am Leben zu erhalten, ist eine stetige Aktualität und "Frische" notwendig. Alte Webseiten, die keine Rankings und somit auch kaum organischen Suchtraffic erhalten, sind also keinesfalls irrelevant und sollten niemals einfach gelöscht werden. Mit einem SEO-Facelift und der Optimierung dieser Webseiten und Inhalte werden auch totgeglaubte Seiten wieder neue Erfolge in Suchergebnissen feiern.


Die SEO-Facelift Checkliste

 

 



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