2020-12-03

1. Benutze starke Wörter in deinen Überschriften


Weißt du, wie viele Überschriften der durchschnittliche Internet-User pro Tag sieht? 1.300 Stück. Erschreckend, oder? Noch erschreckender ist aber die Tatsache, dass nur 0,3 Prozent davon wirklich auch aktiv beachtet werden. Das heißt, dass 99,7 Prozent aller Überschriften im Internet mehr oder weniger unbeachtet im digitalen Nirwana verschwinden.

Wenn du also selbst Content produzierst, dann musst du dich von diesen 99,7 Prozent abheben, denn sonst haben deine Inhalte nicht die geringste Chance, überhaupt gesehen zu werden. Folge: Viel Arbeit, kein Traffic - und das ist sehr unbefriedigend, da wirst du mir garantiert Recht geben. Allerdings gibt es auch aus dieser Sackgasse einen intelligenten Ausweg und den werde ich dir nun beschreiben. Damit bist du in der Lage, in nur 7 Schritten perfekte Überschriften zu produzieren. Überschriften, die bei den Usern hängenbleiben und dir Traffic bringen:


1. Benutze starke Wörter in deinen Überschriften

Ich selbst stamme aus dem Norden und bin vor den Toren Hamburgs aufgewachsen. Und soll ich dir was sagen? Dem norddeutschen an sich wird gern eine gewissen “Coolness” unterstellt. Will heißen, wir im Norden sind immer gern etwas reserviert und “vornehm zurückhaltend”.

Dass es sich dabei natürlich um ein Klischee handelt, muss ich wohl nicht weiter erläutern. Und es ist auch Unsinn - zumindest dann, wenn es um packende Überschriften geht. Bei diesem journalistischen Stilmittel ist “vornehme Zurückhaltung” nämlich oft überhaupt nicht angebracht.



Grund: Mit zu viel Zurückhaltung werden deine Überschriften viel zu langweilig. Damit will ich nicht sagen, dass du es immer übertreiben sollst. Ein bisschen mehr hat aber noch nie geschadet und das gilt auch für deine Überschriften.

Ein gutes Mittel für das Aufmotzen deiner Überschriften sind starke Wörter. Vorteil: Wörter wie “extrem”, “sinnvoll”, “nützlich” oder “unglaublich” werden von deinen Leserinnen und Lesern anders wahrgenommen. Sie werden intensiver wahrgenommen und sorgen dafür, dass die User sich mit deiner Überschrift auch intensiver beschäftigen.

Und genau darum geht es: Du musst dafür sorgen, dass die Überschrift Lust auf mehr macht. Wenn du dein Publikum schon bei der Überschrift verlierst, dann hast du ein Problem, denn so gut wie niemand schaut sich einen Artikel doppelt an - wenn er oder sie beim ersten Eindruck schon denkt, dass es sich um langweiligen Content handeln kann.

Doch Vorsicht! Wenn du in deiner Überschrift etwas “extrem Sinnvolles” ankündigst, dann musst du auch dementsprechend liefern. Tust du es nicht, wirkst du unglaubwürdig. Außerdem musst du die Balance wahren: Natürlich ist es nicht gut, zu untertreiben. Wenn du aber zu sehr “auf den Putz haust”, dann wirst du auch nicht glücklich - schließlich willst du ja nicht mit dem Niveau einer “großen deutschen Tageszeitung” verglichen werden.


2. Achte bei deiner Überschrift auf die richtige Länge

“Size does matter!”: Schon mal gehört? Ich denke schon, denn der Spruch ist ziemlich ausgelutscht und wird schon seit Jahren immer wieder strapaziert. Warum ich ihn dann hier aufführe? Ganz einfach, weil er in den meisten Fällen schlicht und ergreifend zutrifft.

Und du wirst es dir denken können - das gilt auch für deine Überschriften. Es wäre allerdings zu leicht, wenn es einfach nur darum ginge, Größe zu erzeugen. Bei deinen Überschriften musst du darauf achten, genau die richtige Größe - und das natürlich bezogen auf die Länge, nicht etwa auf die Dimensionierung der Buchstaben - zu treffen.



Das ist nicht immer leicht, aber dafür ist dieser Artikel ja da. Lang ist nicht immer gut, auch kurz kann funktionieren. Letztendlich kommt das auch immer auf das Thema an. Auch in Bezug auf Google ist es wichtig, sich an die Zeichenbegrenzung zu halten, denn Google zeigt zum Beispiel den kompletten Titel nicht, wenn er zu lang ist. 50 Zeichen sollten mit Blick auf dieses Thema nicht überschritten werden.

Allerding kannst du auch eine andere strategische Ausrichtung haben und wenn deine Überschrift länger als 50 Zeichen sein muss, dann ist es das halt so - wenn deine Überschrift gut ist, dann geht das auch 100%ig in Ordnung. Neben Google gibt es diverse andere Traffic-Quellen (zum Beispiel Facebook) und da kann es dann deutlich lukrativer sein, auf Google zu pfeifen - denn dir geht es ja um möglichst viel Traffic und Reichweite.

Sorge also dafür, dass deine Überschrift so lang wie nötig und gleichzeitig so kurz wie möglich ist. Wenn du es dann schaffst, alle wichtigen Informationen unterzubringen und gleichzeitig schon an diesem Zeitpunkt einen initialen Spannungsbogen aufbaust, dann hast du es geschafft - dein Publikum wird deine Überschrift dann übersehen.


3. Das wichtigste Suchwort steht ganz vorn

Auch bei Überschriften musst du gelegentlich Kompromisse eingehen. Zum Beispiel dann, wenn du mit einem bestimmten Suchwort bei Google gute Karten haben willst. Natürlich ist das Suchwort in der Überschrift nur ein Rankingfaktor von mehr als 200 - dafür aber ein relativ wichtiger, verglichen mit dem Rest.

Google denkt sich: Wenn ein bestimmtes Wort in einer Überschrift am Anfang positioniert ist, dann muss es wichtiger sein. Nachvollziehbar und vor allem eines: Menschlich! Google ist zwar eine Maschine, aber sein Hauptziel ist es, Suchanfragen immer besser zu verstehen, damit auch die besten Antworten gegeben werden können.



Klingt logisch, oder? Wenn nicht, dann überleg mal: Wenn du wichtige Dinge mitteilen willst, was tust du dann? Du rückst mit den wichtigen Fakten sofort raus und redest nicht um den heißen Brei herum - zumindest mach ich das so und ich kenne Menge Leute, die es auch so machen. Wichtige Dinge müssen immer zuerst erwähnt und geklärt werden.

Warum sollte Google also nicht genauso ticken? Schließlich ist Google von Menschen geschaffen worden und wer die menschliche Kommunikation richtig “nachbauen” will, der muss sich auch daran orientieren. Wie gesagt, es gibt noch mehr als 200 andere Faktoren, die dein Ranking bei Google beeinflussen können, aber die Überschrift ist einer der Faktoren mit mehr Gewicht. Aus diesem Grund solltest du also möglichst schnell zur Sache kommen (was übrigens erfahrungsgemäß auch deinem menschlichen Publikum gefallen wird).


4. Deine Überschrift macht neugierig

Neugierde ist eine der besten menschlichen Triebfedern. Aus Neugierde werden neue Erfindungen gemacht. Die großen Entdecker sind damals über die sieben Weltmeere gesegelt, weil sie das unbekannte Gebiet erforschen und entdecken wollten. Klar, Christoph Columbus wollte offiziell den Seeweg nach Indien finden, um den Handel zu beschleunigen. Letztendlich aber wollte er eigentlich nur wissen, ob dieser Seeweg wirklich existierte. Er war neugierig.



Neugierde sorgt dafür, dass Dinge geschehen. Und diesen Trieb kannst du selbstverständlich für deine Zwecke ausnutzen. Je mehr du dein Publikum mit deinen Überschriften neugierig machst, desto eher werden auch deine Inhalte konsumiert. Sorge also immer dafür, dass deine Überschriften nicht zu nüchtern sind. Deute Dinge an und erzeuge von Anfang an einen Spannungsbogen.

Dabei darfst du nicht natürlich nicht zu vage ausdrücken. Du musst schon ein paar Fakten liefern oder zumindest darauf hinweisen, was dein Publikum konkret erwartet. Auch hier musst du dann aber auch liefern. Wenn du neugierig machst und dann nicht halten kannst, was dein Publikum aufgrund deiner Überschrift erwartet, wirst du unglaubwürdig.

Nutze dieses Stilmittel also mit Bedacht und wäge genau ab, wie du dein Ziel erreichen willst. Gibst du zu viel Gas, dann fährst du möglicherweise frontal gegen die Wand. Bist du zu zaghaft, dann geht deine Überschrift wieder im digitalen Nirvana unter und reiht sich in die 99,7 Prozent Überschriften ein, die niemand bemerkt.


5. Stell deinem Publikum Fragen

Auch Fragen machen neugierig, das wirst du aus eigener Erfahrung kennen. Wenn du deinem Publikum Fragen stellst, sorgst du für eine gespannte Erwartungshaltung. Grund: Natürlich erwartet man von dir, dass du die gestellte Frage auch beantworten kannst.

Dieses Prinzip wird gern in der traditionellen Presse genutzt - und leider wird es dort oft pervertiert. Die Fragen sind oft ausgedacht und basieren nicht auf Fakten oder echten Erkenntnissen. Es geht einfach nur darum, Aufmerksamkeit zu erregen.



Versteh mich nicht falsch: So sollst du es natürlich nicht machen. Du sollst dir aber das Prinzip anschauen und es verinnerlichen. Mit deinen Fragen erzeugst du Neugierde und schaffst es so, dass sich dein Publikum eher mit dem folgenden Content beschäftigt, denn wenn die Frage für den User interessant ist, dann will er natürlich auch die Antwort erfahren.

Diese Antwort lieferst du mit deinem Content. Wenn du mit der Antwort auf die von dir gestellte Frage für eine positives Erlebnis sorgst (weil sowohl Frage als auch Antwort sinnvoll und vor allem stimmig waren) dann bleibt das in den Köpfen deiner Leserschaft hängen.

Vorteil für dich: Auf diese Weise sorgst du für Aufmerksamkeit und kannst dich gleichzeitig als fachliche Autorität positionieren - weil du ja die Person mit den passenden Antworten bist. Auf diese Weise schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Insgesamt also eine sehr clevere Strategie.


6. Mach ein Versprechen

Ein Versprechen ist eine ernste Sache. Wenn du etwas versprichst, dann musst du das Versprochene auch halten, sonst wirst du als unglaubwürdig gelten. Sorge also immer dafür, dann deine Überschrift wasserdicht ist, wenn du mit ihr ein Versprechen abgibst.



Grundsätzlich ist ein Versprechen ein sehr mächtiges Stilmittel, nicht nur aus emotionaler Sicht. Wenn du ein Versprechen machst, dann verlassen sich andere auf dich. Sie verlassen sich nicht nur darauf, dass du dein Versprechen einhältst, die gehen auch instinktiv davon aus, dass dein Versprechen wahr ist und inhaltlich den Tatsachen entspricht.

Wenn du dir also nicht 100%ig sicher bist, dann mach keine Versprechen. Nutze das Versprechen in deinen Überschriften nur dann, wenn du ganz genau weißt, dass du es halten kannst - nicht nur mit dem folgenden Content. Auch bei aufkommenden Gegenargumenten musst du in der Lage sein, dein Versprechen zu verteidigen.

Du siehst, mit Versprechen kannst du wirklich nur dann agieren, wenn du dir deiner Sache sehr sicher bist. Grundsätzlich kein Problem, wenn du gewissenhaft und sachlich recherchierst. Auf diese Weise sicherst du dich ab und sorgst gleichzeitig dafür, dass deine Überschrift auf keinen Fall untergehen kann - denn mit der Zeit weiß dein Publikum dich zu schätzen. Grund: Du enttäuschst dein Publikum nicht, weil du deine Versprechen immer hältst.


7. Verwende Zahlen in deinen Überschriften

Frag mich nicht, warum es so ist, aber die Menschen lieben Aufzählungen. Nicht umsonst gibt es Charts in allen Bereichen unseres Lebens: Es gibt Charts für Musik, Bücher und Filme. Es gibt Charts für Autos und Autohersteller. Ja, es gibt sogar Charts für Küchen, Waschmaschinen und Haustiere. Alles wird gezählt - weil es sich dann vergleichen lässt!



Ich hab oben geschrieben, dass ich es nicht weiß - das ist zumindest teilweise nicht korrekt. Ich weiß eine ganze Menge darüber, vor allem die Vergleichbarkeit ist ein wichtiger Faktor dafür, dass Zahlen so gut funktionieren. Deswegen geht auch nichts über Top-10-Listen. Oder dieser Artikel hier, den du grad liest: Das ist eine Top-7-Liste. Keine wirklichen Charts, aber eine Aufzählung.

Damit lässt sich der Content besser einordnen, weil dein Publikum sofort erfährt, auf was es sich einlässt. Die Zahl “7” ist dabei nicht zufällig gewählt. Alles, was mit einer “7” zu tun hat, funktioniert besser. In diesem Fall weiß ich allerdings wirklich nicht, woran das liegt. Ehrlich nicht. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es funktioniert - sehr gut sogar (gilt übrigens auch für Preise).

Es scheint irgendein psychologisches Ding zu sein, dass ich wie gesagt selbst nicht näher beschreiben kann. Aber probier es doch einfach mal aus, vielleicht wirst auch du angenehm überrascht sein


Fazit

Die perfekte Überschrift ist möglich, auch wenn sie stark von gewählten Themen abhängig ist. In manchen Bereichen kann man die von mir genannten Vorschläge gut übernehmen, in anderen ist das nicht so einfach. Doch auch in diesen Fällen gilt: Wenn du dir aktiv überlegst, welche Variationen es geben könnte, dann wirst du auch erfolgreich sein. Und selbstverständlich kannst du meine Vorschläge kombinieren! Du kannst eine Top-10-Liste mit einer Frage und einem Versprechen mischen und so eine besonders interessante Überschrift erzeugen - deiner Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.



Hinterlasse einen Kommentar